Wir erzeugen fortwährend "Zwillinge" der Ursprungspflanze.

Stecklinge und Rhizome. Jiaogulan-Vermehrung
Wir praktizieren ausschließlich die Vermehrung durch Stecklinge und Rhizome.

Rhizome

Eine seltene Besonderheit: Vermehrung über Rhizome


Es gibt verschiedene Möglichkeiten der vegetativen Vermehrung bei Jiaogulan: Absenker, Stecklinge, Rhizome und Samen. Die letztere ist in unserer Region die unbrauchbarste. Stecklinge erhält man ab Mai bei uns im Versand. Die kraftvollste und sicherste Anzuchtmöglichkeit ist ohne Zweifel die Vermehrung durch "Rhizome". Da wir diese aber direkt aus unserem eigenen Beet entnehmen, sind diese sehr begrenzt. Auf den Fotos sehen Sie die ersten Rhizome, die wir Mitte April unseren Beeten entnahmen, um damit Hängeampeln zu bestücken.

Was ist also ein "Rhizom? dazu sagt Wikipedia:

Ein Rhizom (griechisch ῥίζωμα rhizoma „Eingewurzeltes“) ist in der Botanik ein meist unterirdisch oder dicht über dem Boden wachsendes Sprossachsensystem.

Das Rhizom wird in der Pharmazie als Teil einer Heilpflanze wie auch im allgemeinen Sprachgebrauch etwas irreführend „Wurzelstock“ (Rhizoma) genannt. Es ist aber nicht mit einem Wurzelsystem zu verwechseln. Es besitzt als Teil des Sprosssystems dessen typische Merkmale und keinerlei Wurzelmerkmale: Das Rhizom ist ein Organ mit kurzen, verdickten Internodien. Eine Wurzel besitzt hingegen weder Nodien (Sprossknoten) noch Internodien.

Rhizome Jiaogulan
Auch in den Zuchttöpfen, die Sie bei uns erhalten, können sich bereits kraftvolle Rhizome entwickelt haben.
Wir verwenden Rhizome primär für die Zucht unserer Hängeampeln.  Diese sind leider nicht versendbar.
Wir verwenden Rhizome primär für die Zucht unserer Hängeampeln. Diese sind leider nicht versendbar.
Deich-Guano Jiaogulan Dünger
Mit unserem Deich-Guano erreichen die Jiaogulan-Pflanzen in Hängeampeln stattliche Größen.

Zwillinge und "Klone"

Cloning Klonen Zwilling
Ein kleiner Scherz am Rande des Gartens .....

Der Ausdruck "Klonen" ist arg belastet. Eigentlich meint er lediglich das Erschaffen eines identischen Zwillings. Bei Pflanzen ist das aber unproblematischer als bei anderen Lebewesen.

Die Stecklingsvermehrung wendet man seit Jahrhunderten an, wenn man die ursprünglichen Werte einer Pflanze identisch weitergeben oder nutzen möchte. Das ist bei Samen nicht in jedem Fall gewährleistet, wenn die klimatologischen Voraussetzungen sich vom Ursprungsland stark unterscheiden.

 

Der Jahres- und Tagesrhytmus, der Sonnenlauf, die Temperatur, die nächtliche Temperaturabsenkung, die Luftfeuchtigkeit - und viele andere Einflüsse sind elementare Einflüsse , die das Wachstum und die Wirkstoffbildung einer Pflanze beeinflussen können.

Steckling Rhizom Jiaogulan Sonnensegel Lichtblatt
So sieht ein idealer "Steckling" aus. Zur Wurzelbildung benötigt die Pflanze zunächst lediglich Wasser und Licht. Das einzige Blatt dient als "Sonnensegel" oder "Lichtblatt".
Deich-Guano
In unserem "Floating-System" haben sich bereits kräftige Wurzeln gebildet. Erst dann werden unsere Jiaogulan-Pflanzen eingetopft und erhalten Erde und "Deich-Guano".

Der Versand in "Blistern"

Unser Versand erfolgt grundsätzlich in relativ stoßsicheren "Blistern".
Unser Versand erfolgt grundsätzlich in relativ stoßsicheren "Blistern".
Bei längeren Versandwegen - wie hier nach Uganda - fügen wir den Blistern sogenannte "Aqua-Pearls" bei, die eine Feuchtigkeit bis zu zwei Wochen gewährleisten.
Bei längeren Versandwegen - wie hier nach Uganda - fügen wir den Blistern sogenannte "Aqua-Pearls" bei, die eine Feuchtigkeit bis zu zwei Wochen gewährleisten.

Stecklinge

Floating System Stecklinge
"Floating System", Schwimmplatten aus wiederverwendbarem Styropor tragen die Stecklinge in mineralischer Steinwolle in einem Schwimmbehälter.

"Erste Generation"

Unsere Methode hat sich inzwischen unter dem Begriff "Erste Generation" etabliert. Dieses Kunstwort schafft eine Abgrenzung zu wirkstoffarmen Samennachzuchten und weist auf eine vegetative Vermehrung durch Rhizome, Absenker oder Stecklingsvermehrung hin.

Damit ist eine genetische Abstammung der wirkstoffidentischen Stammpflanze gewährleistet. 

  • Die Pflanzen sollten aus einer vegetativen Vermehrung stammen
  • Die Herkunft muss nachvollziehbar sein

 


Um einer zeitraubenden Diskussion zu entgehen: Ja, Sie können die Jiaogulan-Pflanzen bereits für weit weniger Geld im Baumarkt oder im Internet bestellen. Niemand hält Sie davon ab. Aber bitte versichern Sie sich vor einer Bestellung darüber, ob die dort angebotenen Pflanzen auch tatsächlich wirkstoffreich aufgezogen und vegetativ vermehrt wurden.

Perfekte Wurzelbildung
Perfekte Wurzelbildung
Diese "Pfropfen" bestehen aus natürlicher Steinwolle und sind völlig neutral.
Diese "Pfropfen" bestehen aus natürlicher Steinwolle und sind völlig neutral.
Beim Versand ins tropische Ausland, wie hier nach Uganda und zuvor nach Brasilien, verzichten wir auf Zuchterde und versenden Stecklinge mit "Aqua-Pearls".
Beim Versand ins tropische Ausland, wie hier nach Uganda und zuvor nach Brasilien, verzichten wir auf Zuchterde und versenden Stecklinge mit "Aqua-Pearls".
Eine totale Sicherheit gibt es beim Postversand zwar nicht, aber diese "Blister" halten schon allerhand aus.
Eine totale Sicherheit gibt es beim Postversand zwar nicht, aber diese "Blister" halten schon allerhand aus.

Themenheft 1 "Erste Generation"

Eine plausible Abhandlung darüber, weshalb Samenzuchten in unserer Klimazone nur vermindert Wirkstoffe entwickeln können und weshalb man darauf achten sollte, Pflanzen aus einer vegetativen Vermehrung zu erhalten.
DIN A 4 mit 8 Seiten je 135 gr

4,80 €

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Das Mysterium der Genetik. Pflanzen und Lebensräume

Je intensiver das Erbgut von Nutzpflanzen erforscht wird, desto deutlicher wird, wie essentiell genetische Vielfalt für die Produktion neuer Sorten und Pflanzenprodukte ist. Alle wichtigen Kulturpflanzen stammen von wilden Verwandten ab. Die modernen Sorten sind jedoch in erster Linie auf hohen Ertrag gezüchtet und daher nicht so widerstandsfähig wie ihre wilden Vorfahren. Um Klimatolerante und Krankheitsresistente Sorten zu entwickeln, greifen Pflanzenzüchter deshalb auf den Genpool von Wildpflanzen zurück, entweder durch Übertragung einzelner Gene oder durch klassisches Einkreuzen.

Quelle: Pflanzenforschung.de Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 



Jiaogulan hat seine Wurzeln in Zentral-China und Thailand.

Weshalb sind sie denn nicht in Dänemark oder auf Grönland entstanden, sondern eben dort ? Selbst mit eine wenig Logik und ohne Laborkenntnisse, kann man sich unschwer vorstellen, dass eine Dattelpalme auf Sylt wenig Ertrag zeitigen würde, obwohl der Strand dort genau so sandig wäre, wie auf Haiti, oder ?

In meinen Gesprächen mit holländischen Gen-Technikern erfuhr ich u.a. von den Versuchen von Mitschurin und Lyssenko. In der DDR gehörten sie zum Unterrichtsstandard, in der UDSSR sowieso. Man verballhornte sie als den Gartengott und den Barfussprofessor. Sprossmutanten aus Odessa war solch ein Stichwort. Man glaubte, dass man Weizenkeime, wenn man sie vorher in einen Kühlschrank legt, auch in Sibirien anbauen könne. Kolchosenbiologie - oder nennen wir das mal "schöpferischen Darwinismus". Von ihnen stammt auch die Theorie von der "Versommerlichung des Weizens" . Man versuchte, das Getreide noch vor der Aussaat in Keimstimmung zu bringen. Die Samen wurden rund um die Uhr beleuchtet, angestrahlt, sogar mit Schwarzlicht gab es Versuche. Genau der blödsinnige Holzweg, der hier immer wieder von Gärtnern und Züchtern vorgeschlagen wird, weil man gern noch mehr Geld mit Jiaogulan verdienen möchte. In riesigen Lagerhallen offene Fenster bei Minusgraden zur Temperatursteuerung, um die Jahreszeiten zu manipulieren. Könnte man heute mit moderner Klimasteuerung einfacher haben - und funktionieren würde es trotzdem nicht.

Lyssenko war unter Josef Stalin der führende Biologe der UdSSR. Er vertrat in der Nachfolge Lamarcks die Ansicht, dass erworbene Eigenschaftenvererbt würden und negierte die Existenz von Genen als unsozialistisch und deshalb falsch. Die Entstehung der Arten erfolge also nicht, wie Charles Darwin herausgefunden hatte, durch Mutation und Selektion, sondern durch Vererbung erworbener Eigenschaften. Seine Theorien prüfte er in groß angelegten Landwirtschaftsprojekten. So säte er Weizen unter ungünstigen klimatischen Bedingungen und fand daraufhin im nächsten Jahr Roggenpflanzen auf dem Feld. Tatsächlich hatten sich Roggenpflanzen von benachbarten Feldern ausgesät. Lyssenko interpretierte dagegen solche Ergebnisse als Beleg für seine Thesen. Mit der Einführung der künstlichen Jarowisation von Weizensaatgut wollte er die nach der Kollektivierung verbreiteten Missernten in der Ukraine und Russland verhindern. Die von ihm prognostizierten Ertragssteigerungen erwiesen sich bald als unhaltbar.

Lyssenko verstand es, sich durch gute Beziehungen innerhalb der Partei und zu Stalin persönlich erhebliche Ressourcen zu verschaffen. Auf seine Anweisung hin wurden erhebliche Flächen mit Weizen bepflanzt, die dafür klimatisch nicht geeignet waren. Die dadurch hervorgerufenen Missernten verschärften die ohnehin schlechte Ernährungslage der Sowjetbürger deutlich, es kam zu Hungersnöten. Ebenso in der Volksrepublik China, nachdem Mao Zedong für den Großen Sprung nach vorn den chinesischen Bauern die Anwendung der Methoden Lyssenkos befahl. Die Landwirtschaft der DDR blieb aufgrund der couragierten Tätigkeit Hans Stubbes bis auf einige Lippenbekenntnisse in Schulbüchern von einer praktischen Umsetzung der Thesen Lyssenkos verschont.

Die biologischen Wissenschaften der Sowjetunion wurden nachhaltig geschädigt, so dass der Begriff Lyssenkoismus fortan als Schlagwort für Scharlatanerie und die Unterordnung wissenschaftlicher Erkenntnis unter die Wunschvorstellungen der Politik gebraucht wurde.

Die letztgenannten Bezeichnungen könnte man nahtlos auf das Begehren, "angepasste" Samenzuchten vom Jiaogulan hier in Deutschland salonfähig zu machen, anwenden. Sind die Leute in Lebensangst, oder zu gutgläubig oder zu wohlhabend, kann man ihnen jede auch noch so abstruse Rezeptur andienen. Wenns dem Umsatz dient, scheint jedes Mittel recht.

Mitschurin hat übrigens nicht nur für unwirtliche Regionen geforscht, immerhin wurde auch in der DDR nach seinen "Erfahrungen" Landwirtschaft betrieben. Er hat hunderte von "neuen" Obstsorten "entwickelt", darunter die Winterbutterbirne und die anderthalbpfündige Antonowka. Er kreuzte Erdbeeren mit Himbeeren, Mandelbaum und Pfirsich, Kürbisse mit Melonen. Man nannte das "Liebesheirat von unterschiedlichen Pflanzen".

Die erste Generation

Tagebuch-Notizen von Jens Rusch:

Über einen Dithmarscher, der in Peking mit einer Chinesin verheiratet ist, erhielt ich 2006 eine große Menge Jiaogulan-Samen. Diese stammten direkt aus jener Region der Hundertjährigen, unweit der Fundstelle der Terrakotta-Armee. Unser neuer Freund versorgte uns nicht nur mit unübersetztem Schrifttum über die TCM und zahlreichen Naturpräparaten – er nahm auch Kontakt zu Professor Li Pei Wen auf. Sein Eifer wird verständlich, wenn man weiß, dass seine Mutter sich im WKK Heide gerade einer Chemotherapie unterziehen musste. Leider starb sie wenige Monate später.

Für uns schien alles auf einem besseren Weg, denn die Samen ließen gute Zuchten und weitere kostenlose Kulturen für Krebsbetroffene erwarten. Meine Prognosen im Internet und in einem Interview der Lokalzeitung riefen jedoch einen Warnruf und einige tiefgreifende Gespräche ins Leben.

Ein holländischer Gentechniker, der sich in Dithmarschen um Kohlveredelung und stabile Nachzucht kümmert, riet sehr dringend von der Nachzucht aus Samen ab:
“Niemand schreit heute mehr auf, weil holländische Treibhaus-Tomaten kaum noch wie ihre italienischen Ursprünge schmecken und wie der hier angebaute Chinakohl einmal im Ursprungsland schmeckte, weiß ohnehin niemand, aber Sie versuchen, hier in diesem Klima Heilkräuter anzusiedeln. Da muss man verantwortungsbewusster als bei Gemüse vorgehen!“

Für mich als Laien, an dem in der „Volksschule“ sogar das Basiswissen um Mendels Theorien vorbei geglitten war, folgten Belehrungen, die meine Sicht weiten sollten. „Sagen Ihnen Namen wie Lyssenko und Mitschurin etwas?“ Ich erinnerte mich schwach an den Barfußprofessor und den Gartengott, die mir bei meinen Stöbereien im Internet begegnet waren. Sprossmutationen und winterfähiger Weizen aus Odessa. „Wenn ich mich recht erinnere, gehörte Mitschurin in der DDR zum Standardunterricht?“ „Ja, aber primär, weil er entdeckte, dass Marmelade Fett enthält.“ Den Satz hatte mein Opa aus Stavenhagen mitgebracht: „Drum essen wir zu jeder Speise Marmelade eimerweise“ .
Mitschurin kreuzte geradezu besessen hunderte von Obstsorten. Sie sollten vor allem frostsicher sein, weil er an eine Nutzung in Sibirien dachte. Die Winterbutterbirne und die ertragreiche Antonowka, die es locker auf anderthalb Pfund brachte.

Solche Informationen gehören anscheinend heute zum Standardwissen von Gentechnikern und Agrarökonomen. „Der Mitschurin hat alles wild miteinander gekreuzt, Kürbisse mit Melonen, Mandelbäume mit Pfirsichen und nannte das dann „ Liebesheiraten verschiedener Pflanzenarten“. Das war zwar sehr interessant und ich mag solche Gespräche, aber „Was hat das mit unseren Jiaogulan-Samen zu tun?“ Mein holländischer Experte wusste auch hierauf eine Antwort: „Mitschurin lieferte uns Gentechnikern geniale Steilvorlagen. Er kastrierte Pflanzen, um auszuschließen, dass sie sich selbst befruchteten. Er schickte Bauern mit Pinzetten und Pinseln über die Äcker, um Staubbeutel zu entfernen und Pflanzen künstlich zu bestäuben. Dafür haben wir in Marne hermetisch abgeschlossene Treibhäuser mit Bienenschleusen.“ Mitschurin war auch der Vorreiter der sogenannten „Jarowisation“, so nannte er die Versommerlichung des Weizens. Das Getreide wurde vor der Aussaat in „Keimstimmung“ gebracht, als würde es sich um Tiere handeln. Die Samen wurden rund um die Uhr beleuchtet, mit Schwarzlicht bestrahlt. Offene Fenster sorgten für Minusgrade. „Ja, man glaubt sogar, dass man Weizenkeime, wenn man sie lange genug in einen Kühlschrank legt, auch in den Frostregionen Sibiriens anbauen könnte.“

„Und ich habe mich immer gefragt, woran es wohl genau scheitern würde, auf Sylt Palmen-Alleen anzulegen. Immerhin sieht der Sandstrand einigen Südseeinseln doch sehr ähnlich.“ „Ich nenne das mal höflich einen „kreativen Darwinismus“, und diese Vision macht Gärtner und Pflanzengroßhändler reich“, urteilte mein Gesprächspartner.

„Der schnelle Käufer urteilt über Optik und Preis. Überlebt die schöne Bougainvillea nicht, oder das Gemüse schmeckt nach nichts, dann hat er halt Pech gehabt und sucht den Fehler bei sich selbst.“ „Ja klar – und wer reklamiert schon, wenn Herbst und Winter nach dem Erwerb der Pflanze bereits ins Feld zogen?“ „Sehen Sie, so langsam verstehen wir uns! Und Sie wollen eine Pflanze von möglicher medizinischer Bedeutung so einfach aus Samen züchten? Ihr fehlt nahezu alles, was ihr half, im Ursprungsland Kraft und Wirkung in ihren Genen zu entwickeln: der Sonnenlauf und der langsame Anstieg der Tagestemperatur, gleichzeitig der Abfall der Nachtfeuchtigkeit, die Lichtstärke und die Dauer der Dunkelphase. Haben Sie darüber überhaupt Kenntnisse, Herr Rusch?“

„Nun, die könnte ich mir über das Internet erarbeiten, außerdem habe ich Kontakt zu „Siamese Traders“, einer ökologisch arbeitenden Plantage in Chiang Mai.“ „Und wenn Sie die Informationen haben, wie simulieren Sie dann diese Umweltbedingungen?“ „Keine Ahnung, keine Möglichkeiten“ – ich musste passen. Mein Plan schien wie eine Seifenblase zu platzen. Mein Gesprächspartner schien meine Resignation zu bemerken: „Ich werde Ihnen jetzt einmal etwas über eine sichere Möglichkeit erzählen, über die sogenannte „vegetative Vermehrung“, die man auch „genetische Vermehrung“ nennt, aber lassen Sie bitte den Unfug mit den Samen.“

Doch zunächst erzählte er mir noch, weshalb ihn der Zeitungsartikel dazu gebracht hatte, das Gespräch mit mir zu suchen. Sein Bruder war an Krebs gestorben. Eine Chemo und eine Operation hatte er konsequent abgelehnt und stattdessen auf eine sogenannte „alternative Heilmethode“ vertraut. Dabei hatte er ein kleines Vermögen an unsinnige Methoden und Rezepturen vergeudet. Er nannte mir einige davon, aber ich habe mich entschlossen, diese nicht zu nennen, um Betroffenen, die möglicherweise bereits solche „Therapien“ begonnen haben, nicht zu verunsichern.

„Eine Pflanze, die nicht aus einem Samen, sondern aus einem genetisch originalem Teil einer Ursprungspflanze entwickelt wurde, also aus der sogenannten „ersten Generation“ enthält deutlich mehr ursprüngliche Anteile. Die Folgen dieser „vegetativen Vermehrung“ lassen sich bei Obst und Gemüse leicht durch den Geschmacksverlust verifizieren. Bei medizinisch relevanten Wirkstoffen geht das nicht so einfach. Die können sie weder sehen, noch riechen, noch schmecken.“

„Ja, aber wie kann ich dann sicherstellen, dass eine Pflanze nicht verfälscht in die Hände von Betroffenen gerät?“ „Es gibt nur eine Methode – weisen sie den gesamten Pfad der Gestehung dieser Pflanze nach – und verteidigen sie ihn!“